Schulsozialarbeit
1. Zielsetzung und Ausgangslage
Ziel der Schulsozialarbeit ist es, als integrative und unterstützende Instanz im schulischen Alltag zu wirken. Im Fokus stehen die Förderung eines positiven Schulklimas, die Stärkung der Persönlichkeitsentwicklung von unseren Schülerinnen und Schülern, die Unterstützung bei der individuellen Lebensbewältigung sowie die Entwicklung realistischer Zukunftsperspektiven. Darüber hinaus werden Ressourcen aktiviert und die Selbstwirksamkeit der Schülerinnen und Schüler gestärkt. Das Team der Schulsozialarbeit leistet somit einen wesentlichen Beitrag zur ganzheitlichen Entwicklung der Schülerinnen und Schüler der Pestalozzischule Celle. |
Laut der Sinus-Jugendstudie 2024/2025 und dem Deutschen Ärzteblatt (23.07.2025) ist die psychische Belastung von Jugendlichen ein akutes Problem. 61% der Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren geben an, schon einmal psychisch belastet gewesen zu sein. Dennoch besteht weiterhin eine hohe Hemmschwelle, offen über eigene Probleme zu sprechen. Große Unterschiede gibt es zwischen Arm und Reich: Jugendliche Mädchen aus armen Haushalten würden z. B. seltener bei psychischen Erkrankungen behandelt als Mädchen aus reichen Haushalten. (Deutsches Ärzteblatt, 14.11.23) Dabei sei es „wichtig, dass psychische Belastungen kein Tabuthema mehr sind“, erklärte Barmer-Chef Christoph Straub. „Jugendliche brauchen mehr Unterstützung, um über ihre Sorgen und Ängste trotz Scham sprechen zu können.“ Er forderte präventive und auch niederschwellige Angebote für Jugendliche. (Deutsches Ärzteblatt 23.07.2025)
Diese veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sind vor allem bei unserer Schülerschaft mit dem Förderschwerpunkt Emotionale und Soziale Entwicklung deutlich zu verzeichnen. Die steigende Zahl psychischer Belastungen und Diagnosen sowie die Herkunft aus sozial benachteiligten Familien führt zu steigenden Anforderungen an unserer Schule. Das Team der Schulsozialarbeit an der Pestalozzischule Celle begegnet diesen, indem sie Bildung als ganzheitlichen Prozess versteht, den sie durch informelle Lernprozesse, sozialpädagogische Förderung sowie lebensweltorientierte Ansätze ergänzt und soziale Benachteiligung ausgleicht. Sie fungiert zugleich als Schnittstelle zwischen Schule, Familie und Jugendhilfe.
2. Das Team der Schulsozialarbeit
In der Schulsozialarbeit der Pestalozzischule Celle sind pädagogische Mitarbeiterinnen als Fachkräfte für unterrichtsbegleitende Tätigkeiten und außerunterrichtliche Angebote angestellt. Das Team setzt sich aus vier Mitarbeiterinnen zusammen:
Nadine Kowalke |
- Dipl. Sozialpädagogin
- Dipl. Religionspädagogin
- Diakonin
- Ausgebildete Seelsorgerin
- Zertifizierte Kirchenpädagogin
- Systemischer Coach für Kinder und Jugendliche
- Trainerin für erfahrungsorientiertes Lernen
- Zertifizierte ETEP -Pädagogin
|
Imke Brennecke |
- Dipl. Pädagogin mit dem Schwerpunkt Heil- und Sonderpädagogik, Nebenfächer: Psychologie, Soziologie, Beratung und pädagogisch therapeutische Verfahren
- Systemische Beraterin/Coachin
- Mediatorin
|
Jasmin Pirch-Nothvogel |
- staatlich anerkannte Erzieherin
- seit 2022 berufsbegleitendes Studium Soziale Arbeit
|
Andrea Bohm-Ziemba |
- staatlich anerkannte Erzieherin
- Systemische Familienberaterin
- Systemische Traumapädagogin und Traumafachberaterin
- Fachkraft für Kinder von psychisch kranken und abhängigkeitsbelasteten Eltern
|
3. Gesetzliche Regelung
„Pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen und ergänzen die Erziehungs- und Unterrichtsarbeit an den öffentlichen Schulen im Rahmen des Bildungsauftrages. Sie können als Fachkräfte für eine Vielzahl verschiedener Tätigkeiten eingesetzt werden, erteilen aber keinen eigenverantwortlichen Unterricht“ (Schulverwaltungsblatt 7/2019, S. 344).
Das Regionale Landesamt für Schule und Bildung legt spezifisch an Förderschulen ES folgende Tätigkeitsbeschreibung fest:
Schwerpunkt sozialpädagogische Arbeit: Übernahme von Teilaufgaben während des Unterrichts in Absprache mit der Lehrkraft, Mitwirkung im Übungsbereich sowie einzelnen und gruppenunterrichtlichen Maßnahmen in Absprache mit der Lehrkraft
Schwerpunkt erzieherische Arbeit: Übernahme Teilaufgaben während des Unterrichts unter Verantwortung der Lehrkraft, Mitwirkung im Übungsbereich sowie einzel- und gruppenunterrichtliche Maßnahmen nach Anleitung der Lehrkraft
Einzelfallberatung im Umgang mit psychosozialen Auffälligkeiten, Durchführung von Einzel- und Gruppenmaßnahmen zur Verhaltensmodifizierung, individuelle verhaltensorientierte Hilfestellungen für einzelne Schülerinnen und Schüler während des Unterrichtstages, Betreuung der Schülerinnen und Schüler nach dem Unterricht, Teilnahme an Konferenzen, Dienstbesprechungen und Teambesprechungen, Planung und Durchführung von und Teilnahme an schulischen Veranstaltungen, Betreuung und Begleitung von Praktika, Beteiligung an der Elternarbeit, Mitwirkung an der Erstellung von Berichten, Gutachten und Zeugnissen
„Zu den weiteren Tätigkeiten gehören unter anderem:
- die systematische Beobachtung und Dokumentation der Entwicklungsprozesse der Schülerinnen und Schüler
- die Kooperation und Zusammenarbeit mit Familien und Erziehungsberechtigten
- die Zusammenarbeit mit außerschulischen Institutionen (Jugendamt, Ärzte, Therapeuten, Behörden, Beratungsstellen etc.)
- die Teilnahme an den Klassenfahrten, Elternsprechtagen, Dienstbesprechungen, sonstigen schulischen Veranstaltungen, Konferenzen etc.
- die Beratung bei baulichen Veränderungen, Ausstattung der Schulräume etc., die Mitarbeit in Schulgremien
- die Entwicklung und Fortschreibung pädagogischer Konzeptionen.“
(Schulverwaltungsblatt 7/2019, S. 345)
4. Schulsozialarbeit an der Pestalozzischule Celle
Die aufgeführten Regelungen beinhalten vielfältige Wirkungsfelder an der Pestalozzischule, in die wir unsere Kompetenzen einbringen.
Das Hauptaugenmerk an unserer Schule liegt auf einem wertschätzenden und respektvollen Umgang miteinander. Als Kollegium stehen wir in engem Austausch und erarbeiten individuelle Fördermöglichkeiten sowie Lösungsansätze für/ mit den Schülerinnen und Schülern. Wir als Team der Schulsozialarbeit arbeiten nach einem festen Stundenplan, unterrichtsbegleitend in den Klassen. Das ermöglicht uns frühzeitig Unterstützungsbedarfe zu erkennen und zeitnah zu intervenieren. Durch die verlässliche Zusammenarbeit in den multiprofessionellen Teams kann eine ganzheitliche Förderung im Bereich schulischer Lehrinhalte als auch dem Sozialverhalten und psychosozialer Edukation stattfinden.
Die Schule soll für unsere Schülerschaft ein sicherer und angenehmer Lernort sein. Hierfür pflegen wir eine vertrauensvolle Beziehung (z.B. durch Einzelintervention und andere Methoden) zu den Schülerinnen und Schülern sowie zu den Erziehungsberechtigten als grundlegende Basis für unsere Arbeit. Dazu gehört auch das offene Beschwerdemanagement, dies wird unter anderem durch die Sprechstunde und den Schülerrat sichergestellt. Eine gute Kommunikation unter allen Beteiligten ermöglicht es, Lösungswege und Fördermöglichkeiten gemeinschaftlich und im engen Austausch zu entwickeln.
Wir bieten an vier Tagen der Woche Sprechstunden in unserem Beratungszimmer an, hier können die Schülerinnen und Schüler in einem geschützten Raum ihre persönlichen Themen besprechen. Zudem haben die Erziehungsberechtigten die Möglichkeit, Beratungsgespräche mit uns zu vereinbaren.
Die Koordination und Durchführung der Nachmittagsbetreuung sowie der Arbeitsgemeinschaften (AGs) ermöglicht es uns einen weiteren Raum des informellen Lernens für die Schülerinnen und Schüler zu schaffen.
4.1 Kerntätigkeiten
Unterrichtsbegleitung
Die Schulsozialarbeit an der Pestalozzischule arbeitet unterrichtsbegleitend und unterstützt die Lehrkräfte während des Unterrichts. Die Unterrichtsverantwortung liegt bei den Lehrkräften. Die Schulsozialarbeit ist präventiv und unterstützend tätig. So können wir bei akuten Konflikten zur Schlichtung und durch kontinuierliche Arbeit langfristig ein zu einem entspannten Klassensetting und einer gleichbleibend förderlichen Lernatmosphäre beitragen.
Wir nehmen an den regelmäßigen Team Dienstbesprechungen der Klassenteams teil und sind aktiv bei Hilfeplangesprächen, runden Tischen/Helferkonferenzen dabei sowie stimmberechtigte Teilnehmerinnen bei Klassenkonferenzen.
Einzelinterventionen
Unsere pädagogischen Mitarbeiterinnen bieten den gesamten Schultag über Möglichkeiten der individuellen Einzelförderung und Krisenintervention an.
Diese diesen dazu:
- Gefühls- und Gedankenregulation bei Schülerinnen und Schülern zu ermöglichen
- Hilfe anzubieten, um soziale Kontakte zu gestalten
- Ängste und Rückzugsverhalten zu erkennen und Handlungsalternativen aufzuzeigen
- Beziehungsarbeit anzubieten und prozesshaftes (Um-)Lernen von Verhaltensweisen zu ermöglichen
- psychosoziale Auffälligkeiten kontextabhängig einzuordnen und zu erkennen, welche Umstände, welche Orte, welche Ansprache und welcher sichere Rahmen notwendig ist, damit der Schüler oder die Schülerin sich wieder anders zeigen kann
- Hyperaktivität zu regulieren und Skills zur Selbstregulation anzubieten
- Schulangst und -verweigerung besprechbar zu machen und gemeinsam Hilfsangebote für einen strukturierten und kontinuierlichen Schulbesuch zu installieren
- Konfliktlösungshilfen und Mediation anzubieten
- Selbstvertrauen durch Ressourcenarbeit zu vermitteln
- Wertschätzende Kommunikation einzuüben und einen haltgebenden schulischen Rahmen sicher zu stellen
Durch unsere gut ausgestatteten Fachräume können wir den Schülerinnen und Schülern zudem Bewegungsangebote mit Material aus dem Sport- und Therapiebedarf anbieten sowie kreative oder hauswirtschaftliche Tätigkeiten, als auch die Arbeit mit Ton und Holz in dafür ausgestatteten Werkstätten.
Das Team Schulsozialarbeit hat eine eigens erstellte Liste der Regulationsmöglichkeiten durch Skill Materialien. Wir bieten jeder Klasse eine individuelle Box mit Skill Material an und geben eine fundierte und praxisnahe Einweisung in die Nutzung und den Umgang damit.
Unsere Pädagoginnen verfügen über vielfältige sozialpädagogische, erlebnispädagogische, systemische und traumapädagogische Interventionskompetenzen, die es ermöglichen, individuell angepasste Unterstützungsangebote zu etablieren, prozesshaft zu arbeiten und auch in Krisensituationen sofort zu intervenieren.
Koordinierung und Verantwortung des Ganztags
Das Team Schulsozialarbeit übernimmt die Zeit des Ganztagsangebotes von 13:15 Uhr bis zum Beginn der AGs um 14:00 Uhr. Dazu gehören die Begleitung des Mittagessens, die Hausaufga-benbetreuung der Klassen 5 und 6 (weiteren Klassenstufen steht es frei) sowie die Betreuung der Schülerinnen und Schüler im Chillimilli-Raum. Wir stehen zur Verfügung, um den Schultag zu reflektieren, unterstützen bei Konflikten und stehen als Gesprächs- und Spielpartnerinnen zu Verfügung. Im Vordergrund steht, dass sich die Schülerinnen und Schüler in dieser Zeit ent-spannen und ausruhen, in Gemeinschaft essen und reden können. Im Anschluss bieten wir AGs an, wie die Schulkiosk, Koch, Kreativ und Fußball AG. Diese werden ergänzt von Angeboten der Lehrkräfte und externen Anbietern. Die AG Themen richten sich nach den Interessen und Wünschen der Schülerschaft.
Unsere Schülerinnen und Schüler können sich an drei Schultagen für eine Teilnahme an einer oder mehrerer AGs entscheiden. Lernen in der sozialen Gruppe meint die pädagogische und sozialarbeiterische Tätigkeit in professionell gestalteten Gruppenzusammenhängen. Diese Gruppen werden zum Ort und Medium von Hilfe und Unterstützung. Sie bieten den Schülern und Schülerinnen die Möglichkeit subjektiver Entfaltung und sozialer Reife und verbindet dies durch kooperative Interaktion und der Auseinandersetzung mit einer definierten Aufgabe.
Die AGs finden jahrgangsübergreifend nach dem Mittagessen und der Hausaufgabenbetreuung statt und enden um 15.25 Uhr. Mit der Gestaltung des Ganztagsangebotes leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Freizeitgestaltung und stärken gleichzeitig das schulische Miteinander.
4.2 Zusätzliche Sozialpädagogische Angebote
Ein Qualitätsmerkmal unseres Teams ist die Bandbreite an entwickelten Angeboten für die Schülerinnen und Schüler der Pestalozzischule. Unseren spezifischen Qualifikationen und Erfahrungen entsprechend haben wir Themenfelder innerhalb des Teams zugeordnet.
Prävention
Zu den verschiedenen Themen, wie Alkohol- und Zigarettenkonsum, Vapes, Cannabis, Delinquenz, psychosoziale Gesundheit, Körperhygiene und Zahngesundheit führen wir Präventionsangebote (z.B. weißes Kreuz, Klarsichtparcours, Planspiel Tom und Lisa, Hygieneparcours, „Grüner Koffer“) für die Klassenstufen durch. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit der Fachstelle Jugendschutz des Landkreises Celle, dem Gesundheitsamt, der Polizei und der Fachberatung Sucht der Psychosozialen Beratungsstelle Celle.
Systemische Beratung
Systemische Arbeit betrachtet Handlungen und Interaktionen von Menschen als kontextbezogenes Handeln. Sie sieht Menschen im Kontext Schule als Teil eines Schul-, Klassen und/oder Familiensystems und erkennt, dass Verhalten von Schülerinnen und Schülern in Wechselwirkung mit anderen zu sehen ist. Sie würdigt dabei biografische Erfahrungen, die Kinder und Jugendliche in ihrem Leben gemacht haben.
Unsere systemische Beratung ist geleitet von Ressourcenaktivierung, Wertschätzung und Lösungsorientierung. Sie verpflichtet sich zu Neutralität und verzichtet auf jede Art von Schuldzuweisung. Ein großer Methodenpool von systemischen Techniken lässt so bisheriges Verhalten neu betrachten.
Genogrammarbeit, Zeitleistenarbeit, Ressourcenchecks und Ressourcenbilder, Netzwerk- und Unterstützerkarten – gepaart mit zirkulären Fragetechniken, positiver Umdeutung durch Refraiming, Befindlichkeitslandkarten usw. eröffnen neue Handlungsmöglichkeiten für Schülerinnen, Schüler, Eltern und professionelle Helfer.
Übergang von der Schule zum Beruf
Im Rahmen unseres schulischen Gesamtkonzepts zur beruflichen Orientierung verfolgen wir das Ziel, unsere Schülerinnen und Schüler frühzeitig, kontinuierlich und praxisnah auf ihre berufliche Zukunft vorzubereiten. Dabei setzen wir auf ein vielfältiges Angebot an Maßnahmen, das sowohl individuelle Förderung als auch reale Einblicke in die Arbeitswelt ermöglicht.
Zur gezielten Vorbereitung auf Bewerbungsverfahren bieten wir als Team Schulsozialarbeit Bewerbungstrainings an. Hier werden wichtige Kompetenzen wie das Verfassen von Bewerbungsunterlagen, sowie das Auftreten in Vorstellungsgesprächen eingeübt. Auch bei der Auswahl und Kontaktierung passender Betriebe unterstützen wir die Schülerinnen und Schüler.
Die Berufswegekonferenzen planen, koordinieren und führen wir durch. Hier werden individuelle Anschluss- und Fördermöglichkeiten besprochen, um einen guten Übergang in die BBS zu gestalten. Teilnehmende sind die Schulsozialarbeit und die Lehrkräfte der Pestalozzischule sowie der jeweiligen Berufsbildenden Schule als auch die Schülerinnen und Schüler mit ihren Erziehungsberechtigten teil. Zudem werden unsere Schülerinnen und Schüler in der Orientierungsphase von dem Team der Schulsozialarbeit an der BBS besucht und ggf. unterstützt.
Umsonstkiosk und Schulkiosk
Die Schülerinnen und Schüler tragen gemeinsam mit dem Team der Schulsozialarbeit (Koordination und Gestaltung) durch den Umsonstkiosk sowie des Schulkiosk zum Wohl der Schulgemeinschaft bei. Die Backwaren des Umsonstkiosk werden durch eine Spende der Celler Tafel ermöglicht, die die Schülerinnen und Schüler zwei Mal in der Woche dort abholen. Der Schulkiosk findet täglich in der ersten großen Pause statt. Die Tätigkeit im Kiosk kommt der Schulgemeinschaft zu Gute und stärkt das Verantwortungsgefühl, die Erfahrung im Kundenumgang, die Rechenfähigkeit sowie die Alltagskompetenz beim Einkauf von Lebensmitteln.
Schülerrat
Laut Niedersächsischem Schulgesetz (NschG §72 - §80) wählt jede Klasse eine Klassensprecherin oder einen Klassensprecher sowie eine Stellvertretung. Die gewählten Vertreterinnen und Vertreter bilden gemeinsam den Schülerrat der Schule. Dieser trifft sich alle sechs bis acht Wochen, um Themen zu beraten, die die Schülerinnen und Schüler betreffen.
Seit dem Schuljahr 2019/2020 liegt die Begleitung und Koordinierung des Schülerrates bei der Schulsozialarbeit. Dadurch erhalten wir direkte Einblicke in die Anliegen der Schülerinnen und Schüler, greifen Themen auf und besprechen sie im Kollegium. Grundlage ist das Protokoll, das nach jeder Sitzung erstellt wird und für alle über IServ einsehbar ist.
Im Schülerrat erleben und ermöglichen wir demokratiebildende Maßnahmen auf schulischer Ebene. So haben unsere Klassensprecherinnen und Klassensprecher bereits vielfältige Ideen eigenständig entwickelt und umgesetzt. Beispiele hierfür sind der Hygieneparcours, die Hygienekisten für jede Klasse (einschließlich der Finanzierung) und die neuen Himmelsbänke auf dem Schulhof.
Durch Besuche im Landtag sowie Veranstaltungen Celler Klassensprecherinnen und Klassensprecher im Rahmen von „Demokratie leben“ und der Celler Kinder- und Jugendkonferenz ermöglichen wir aktives, politisches Erleben und Mitgestaltung.
5. Umgang mit Schulabsentismus
Ausgehend von der gesetzlichen Schulpflicht ergibt sich für unsere Schule der Auftrag, sowohl verlässlich als auch unterstützend und ressourcenorientiert auf die Bedürfnisse unserer Schülerinnen und Schüler zu reagieren. Schulabsentismus zeigt sich in unterschiedlichen Ausprägungen – von vereinzeltem Zuspätkommen bis hin zu längerfristigem Fernbleiben vom Unterricht. Diese Verhaltensweisen verstehen wir als Ausdruck individueller Lebenslagen und Herausforderungen.
Ziel unseres pädagogischen Handelns ist es, die Ursachen von Schulabsentismus frühzeitig zu erkennen, präventiv und intervenierend zu handeln sowie gemeinsam mit allen Beteiligten nachhaltige Lösungen zu erarbeiten. Dabei steht die schrittweise Reintegration in einen stabilen und verlässlichen Schulalltag im Mittelpunkt.
Detaillierte Maßnahmen, Abläufe und Interventionsstrategien sind im schulinternen Absentismuskonzept der Pestalozzischule Celle festgehalten und werden individuell auf jeden unserer Schülerinnen und Schüler abgestimmt.
6. Kooperation und Vernetzung
Innerschulische Zusammenarbeit:
- Klassenteams
- Team Schulsozialarbeit
- Zusammenarbeit mit der Schulleitung
- Zusammenarbeit mit dem Gesamtkollegium
Außerschulische Zusammenarbeit:
- Jugendamt
- Eingliederungshilfe (Schulbegleitung und Verfahrenslotsen)
- Beratungsstellen
- medizinische und therapeutische Einrichtungen
- Schulpsychologie
- Gesundheitsamt
- Ausbildungsbetriebe
- BBS
Netzwerkarbeit:
Arbeitskreise und Fachgremien:
- Arbeitskreis Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
- Arbeitskreis Prävention, Celler Präventionswerkstatt
regionale Netzwerke:
- Sozialraumgremium Neustadt/Heese
- Arbeitskreis Schulsozialarbeit von BBS und OBS
7. Qualitätssicherung und Evaluation
Kollegiale Beratung und organisatorische Absprachen finden bei uns in täglichen Besprechungen, wöchentlichen Teamsitzungen der Schulsozialarbeit, monatlichen Sitzungen mit der Schulleitung sowie in Dienstversammlungen und zweiwöchentlichen Klassenteambesprechungen statt. Zudem finden wöchentliche kollegiale Fallberatungen statt. Durch die Mitarbeit in Gremien und Arbeitskreisen sind wir regional mit Fachkräften vernetzt.
Die Arbeit der Schulsozialarbeit wird kontinuierlich reflektiert und weiterentwickelt.
Dies erfolgt durch:
- regelmäßige Evaluation im Team
- Dokumentation von Entwicklungsprozessen
- Anpassung an aktuelle Bedarfe
- Regelmäßiger Besuch von Fortbildungen und Fachtagungen