Hundgestützte Pädagogik
(Heyer u. Kloke)
Einsatz eines Hundes in der Klasse:
- trägt zu einer besseren und entspannten Lernatmosphäre bei
- hilft allein durch seine Anwesenheit, Lautstärke zu regulieren, Regeln einzuhalten und sich sozialer zu verhalten
- führt dazu, dass die Schüler*innen lernen, Rücksicht zu nehmen und Verantwortung zu übernehmen
- unterstützt die Sprachentwicklung und fördert das Lesen
- verbessert häufig Konzentration und Mitarbeit
- kann bei herausfordernden sowie aggressiven Schüler*innen (beispielsweise durch das Streicheln des Tieres) helfen, Stress abzubauen
- unterstützt den Aufbau von Vertrauen und Abbau von Ängsten
- motiviert Schüler*innen, am Unterrichtsgeschehen teilzunehmen
Der Aufenthalt von Hunden in den Klassen erfordert besondere Verhaltensregeln für die Schülerschaft. In den Klassen, in denen ein Hund eingesetzt wird, und im Schulgebäude gibt es feste Regeln für den Umgang mit dem Hund. Die Bedürfnisse des Hundes und ein artgerechter Umgang mit dem Tier wird beachtet.
Deswegen gelten im Schulgebäude und auf dem Hof folgende Regeln:
- Wir füttern unseren Schulhund nicht.
- Auf seinem Platz möchte unser Schulhund seine Ruhe. Das respektieren und akzeptieren wir.
- Wir achten darauf, dass immer alles weggeräumt ist und nichts auf dem Boden herumliegt.
- Wir rennen und toben nicht in der Nähe unseres Schulhundes.
- Wir achten darauf, dass immer nur ein Kind unseren Schulhund streichelt und streicheln unseren Schulhund nur mit Erlaubnis.
- Wir rufen unseren Schulhund nicht. Er darf frei entscheiden, wo er gerade sein möchte.
- Wir nehmen Rücksicht auf unseren Schulhund und verhalten uns leise.
In unserer Schule sind zurzeit zwei Hunde eingesetzt: Buba und Tilda.
Buba
Buba gehört zur Hunderasse Shih Tzu. Er ist 9 Jahre alt. Die gute Eigenschaft der Rasse ist, dass sie kein Fell, sondern ein sogenanntes Echthaar besitzen. Das heißt seine Haare wachsen wie bei Menschen und sind denen auch sehr ähnlich. Das ist ein großer Vorteil, besonders für Allergiker. Außerdem ist Buba ein zertifiziertes ESA (Emotional Support Animal).
Buba tröstet traurige oder aufgewühlte Schüler*innen und hilft ihnen sich zu beruhigen. Sie dürfen sich mit dem Hund jederzeit eine Auszeit nehmen. Ganz oft unterstützt er die unruhigen und lauten Schüler*innen, ruhig und leise zu bleiben, wenn er neben ihnen am Platz sitzt. Im Unterricht unterstützt er die Klasse bei der mündlichen Beteiligung. Die Schüler*innen dürfen in manchen Einheiten nach der richtigen Antwort Buba ein Leckerli geben. Er freut sich sehr darauf und die Schüler*innen bekommen dadurch eine positive Verstärkung. Zudem ist die Motivation mitzumachen viel größer.
Tilda
Tilda gehört zu Hunderasse Golden Retriver. Sie ist 1 Jahr alt. Tilda begrüßt jeden Tag das Lehrpersonal und die Schüler*innen aus dem Sekrätariat. Die Schüler*innen wünschen sich als Belohnung Zeit mit Tilda, um mit ihr zu spielen und/oder sie zu streicheln. Das erhöht die Motivation stark. Zudem begleitet Tilda die Kinder bei Unwohlsein.
Literaturverzeichnis
- Agsten, Lydia (2009): HuPäsch. Hunde in die Schulen - und alles wird gut!? Norderstedt: Books on Demand GmbH.
- Agsten, Lydia; Führing, Patricia und Windscheif, Martina (2011): Praxisbuch HuPäsch. Ideen und Übungen zur Hundegestützten Pädagogik in der Schule. Norderstedt: Books on Demand GmbH.
- Bransch, Simon (2014): Der Erfolg durch Therapiehunde bei Kindern mit ADHS-Syndrom. Hundegestützte Pädagogik als mögliche Intervention. Hamburg: Diplomica Verlag.
- Kloke, Nora und Heyer, Meike (2013) (2.Aufl.): Der Schulhund. Eine Praxisanleitung zur hundegestützten Pädagogik im Klassenzimmer. Nerdlen/Daun: Kynos Verlag.
- Vernooij, Monika A. und Schneider, Silke (2018) (4.Aufl.): Handbuch der tiergestützten Intervention. Grundlagen, Konzepte, Praxisfelder. Wiebelsheim: Quelle & Meyer Verlag.



